Geothermie
Nachhaltige Wärme aus der Tiefe
Gemeinsam für eine klimafreundliche Energiezukunft
Die Nutzung von Erdwärme, auch Geothermie genannt, ist ein zentraler Baustein für eine nachhaltige, sichere und regionale Energieversorgung. Als Stadtwerke Dachau setzen wir auf umweltfreundliche Technologien und treiben die Wärmewende in unserer Region aktiv voran.
Mit dem Projekt „Dachau-Nord“ haben wir einen bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltiger Wärmeversorgung getan: Seit dem 1. April 2024 besitzen wir die Genehmigung zur Aufsuchung von Tiefengeothermie im gleichnamigen Erlaubnisfeld, mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.
Themen auf dieser Seite
Was ist Geothermie?
Geothermie bezeichnet die Nutzung der im Erdinneren gespeicherten Wärmeenergie zur umweltfreundlichen Energiegewinnung. Diese natürliche Ressource steht ganzjährig zur Verfügung und ist unabhängig von Wetter oder Tageszeit.
Bei der tiefen Geothermie wird heißes Thermalwasser aus mehreren hundert bis über 2.500 Metern Tiefe gefördert. In diesen Schichten herrschen Temperaturen von über 70 °C. Diese sind ausreichend, um über ein Fernwärmenetz Gebäude und Betriebe effizient und emissionsfrei zu beheizen.
Ein typisches System besteht aus einer Förderbohrung, einer Injektionsbohrung und einem geschlossenen Thermalwasserkreislauf. Das geförderte heiße Wasser wird an der Oberfläche zur Wärmeerzeugung genutzt und anschließend wieder in die Tiefe zurückgeleitet. So bleibt das geothermische Reservoir dauerhaft erhalten und nachhaltig nutzbar.
Geothermie ist leise, platzsparend und besonders zuverlässig. Sie ist ein zentraler Baustein für eine klimafreundliche Energiezukunft.
Das Projekt „Dachau-Nord“
Projektgebiet:
Das Erlaubnisfeld erstreckt sich:
- im Westen bis Assenhausen
- im Osten bis Haimhausen
- im Norden bis Röhrmoos
- im Süden bis zur Stadtgrenze Dachau
Hier dürfen wir geothermische Ressourcen in bis zu 2.500 Metern Tiefe erkunden.
Ziele:
- Nutzung lokaler, erneuerbarer Energiequellen
- Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung
- Stärkung der regionalen Versorgungssicherheit
Projektfortschritt und Zusammenarbeit
Interkommunale Zusammenarbeit
Die Wärmewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Deshalb arbeiten wir eng mit den Nachbarkommunen Haimhausen, Röhrmoos und Hebertshausen zusammen, um geothermische Potenziale optimal zu erschließen.
Gemeinsam entwickeln wir tragfähige Konzepte zur Nutzung der Tiefengeothermie und setzen auf eine enge Abstimmung in Planung und Umsetzung.
Fördermittel und nächste Schritte
Ein bedeutender Meilenstein wurde im Januar 2025 erreicht:
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt das Projekt mit Fördermitteln, die rund 50 % der Planungs- und Aufsuchungskosten abdecken.
Aktueller Projektstand:
- Beauftragung eines Generalplaners
- Analyse historischer Bohrdaten (1950er–1960er Jahre)
- Erstellung eines geologischen Modells
Diese vorbereitenden Arbeiten schaffen die Grundlage für die ersten Tiefenbohrungen.
Aktueller Stand der Machbarkeitsstudie
Nach umfangreichen Untersuchungen wurde das Areal an der Kläranlage Ampermoching als idealer Bohrplatz identifiziert.
Nach dem aktuellen Stand der Machbarkeitsstudie könnte dort:
- aus rund 1.500 Metern Tiefe Wasser gefördert werden,
- das Wasser eine Temperatur von etwa 70 °C haben und
- eine Jahresleistung von 120 Millionen Kilowattstunden erreicht werden.
Versorgt werden sollen geeignete „Wärmeinseln“ in den beteiligten Kommunen.
Wie geht es weiter?
Das Projekt befindet sich weiterhin in der Machbarkeitsstudie. Den konkreten Startschuss müssen der Dachauer Stadtrat und die Gemeinderäte der beteiligten Gemeinden im Jahr 2027 geben.
Ein wesentlicher Faktor für die Wirtschaftlichkeit ist die weitere Entwicklung der Preise für fossile Energie. Auch der CO₂-Preis und die verfügbaren Fördermittel sind für die Entscheidung von Bedeutung.
Wenn das Projekt beschlossen wird und alles planmäßig verläuft, könnte ab dem Jahr 2030 nahe der Kläranlage Ampermoching nach heißem Tiefenwasser für die Wärmeversorgung gebohrt werden.
Ausblick
Die Umsetzung eines Tiefengeothermieprojekts erfordert Zeit, Präzision und eine enge Abstimmung mit Fachbehörden und Kommunen. Wir gehen diesen Weg entschlossen und transparent, für eine nachhaltige Energieversorgung in Dachau und der Region.
FAQ: Geothermieprojekt
Das Geothermieprojekt befindet sich in der Machbarkeitsstudie. Ein Beschluss zur Umsetzung wurde noch nicht gefasst.
Seit Juli 2025 arbeiten die Stadtwerke Dachau sowie die Gemeinden Hebertshausen, Röhrmoos und Haimhausen gemeinsam an dem Geothermieprojekt.
Nach den bisherigen Untersuchungen wurde das Areal an der Kläranlage Ampermoching als idealer Bohrplatz identifiziert. Der endgültige Start des Projekts ist noch nicht beschlossen.
Nach dem aktuellen Stand der Machbarkeitsstudie könnte das Thermalwasser aus rund 1.500 Metern Tiefe gefördert werden.
Das Wasser könnte eine Temperatur von etwa 70 °C haben.
Nach den bisherigen Untersuchungen ist eine Jahresleistung von 120 Millionen Kilowattstunden möglich.
Versorgt werden sollen geeignete „Wärmeinseln“ in den beteiligten Kommunen.
Der Dachauer Stadtrat und die Gemeinderäte der beteiligten Gemeinden sollen im Jahr 2027 über den konkreten Start des Projekts entscheiden.
Wenn das Projekt beschlossen wird und alles planmäßig verläuft, könnte ab dem Jahr 2030 nahe der Kläranlage Ampermoching nach heißem Tiefenwasser gebohrt werden.