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Warnstreik im ÖPNV: Stadtwerke Dachau kritisieren Arbeitsniederlegungen
16. März 2026
Im Rahmen der aktuellen Tarifverhandlungen für den Tarifvertrag Nahverkehr Bayern (TV-N Bayern) hat die Gewerkschaft ver.di erneut zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen.
Auch der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Dachau ist von dem mehrtägigen Warnstreik betroffen: Von Mittwoch, 18. März, bis Samstag, 21. März, wird das Fahrpersonal die Arbeit niederlegen. Der reguläre Betrieb soll am Samstag zu Betriebsbeginn wieder anlaufen. Die Stadtwerke Dachau bedauern die damit verbundenen Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste im Stadt- und Landkreisgebiet ausdrücklich.
Betroffen sind alle sechs Linien: 719, 720, 722, 724, 726 und 744. Am Mittwoch, 18. März, werden voraussichtlich keine Stadtbusse in Dachau verkehren, da ein Großteil des Fahrpersonals an diesem Tag die Arbeit niederlegt.
Für Donnerstag und Freitag prüfen die Stadtwerke Dachau derzeit, ob ein Notfahrplan eingerichtet werden kann, um zumindest ein eingeschränktes Busangebot aufrechtzuerhalten. Ob und in welchem Umfang Busse fahren können, hängt maßgeblich davon ab, wie viele Fahrerinnen und Fahrer ihren Dienst antreten.
Da diese Situation erst zum jeweiligen Dienstbeginn zuverlässig eingeschätzt werden kann, werden die Stadtwerke Dachau tagesaktuell über mögliche Fahrten informieren. Ziel ist es, am Donnerstag und Freitag – sofern ausreichend Fahrpersonal zur Verfügung steht – ein reduziertes Busangebot anbieten zu können.
Alternative Fahrtmöglichkeiten innerhalb von Dachau:
Innerhalb des Stadtgebiets können Fahrgäste auf die Buslinien X201, X800, 291, 704, 705, 710, 721, 725 und 727 ausweichen. Diese Linien sind nicht vom Warnstreik betroffen.
Massive finanzielle Belastungen für Stadt und Landkreis
Die von der Gewerkschaft ver.di erhobene Forderung nach einer Entgeltsteigerung von 688,75 Euro (pro Monat über alle Entgeltgruppen) würde eine Lohnerhöhung von durchschnittlich 17 Prozent bedeuten. In den unteren Lohngruppen werden sogar Steigerungen von bis zu 27,7 Prozent gefordert. Zudem wird eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich verlangt, was eine Kostensteigerung von weiteren 9,1 Prozent bedeuten würde.
„Allein diese beiden Forderungen aus dem umfangreichen Katalog der Gewerkschaft summieren sich auf 36,8 Prozent. Das ist mit der finanziellen Realität von Stadt, Landkreis und den Stadtwerken nicht vereinbar. In keiner anderen Branche bundesweit werden Forderungen in dieser Höhe erhoben“, so Robert Haimerl, Werkleiter der Stadtwerke Dachau.
Für den städtischen Versorger, der mit rund 70 Busfahrerinnen und Busfahrern den Linienverkehr im Stadtgebiet Dachau sicherstellt, hätten diese Forderungen drastische Konsequenzen:
Explodierende Personalkosten: Eine Erfüllung der Forderungen würde die Personalkosten um 36,8 Prozent steigern.
Gefahr für das Angebot: Da die Kosten des Verkehrsbetriebs gemeinschaftlich vom Landkreis Dachau, der Stadt Dachau und den Stadtwerken getragen werden, müssten diese Mehrkosten direkt durch öffentliche Mittel kompensiert werden.
Zukunft der Mobilität: Derartige Steigerungen führen zwangsläufig zu einer Debatte über die Reduzierung des Verkehrsangebots, was das Ziel einer nachhaltigen Mobilitätswende in der Region massiv gefährden würde.
Fairen Ausgleich finden
Die Stadtwerke Dachau verweisen darauf, dass bereits seit der ersten Runde ein faires Angebot der Arbeitgeber vorliegt, das sich an den erfolgreichen Tarifabschlüssen für die Kommunen und die Länder aus dem Vorjahr orientiert.
„Wir schätzen die tägliche Leistung unserer Fahrerinnen und Fahrer sehr“, sagt Robert Haimerl. „Doch die Forderungen müssen im Rahmen des wirtschaftlich Machbaren bleiben. Nur so können wir dauerhaft einen sicheren, zuverlässigen und bezahlbaren Nahverkehr für die Menschen in Dachau gewährleisten.“
Die Stadtwerke bitten alle Fahrgäste, sich frühzeitig über alternative Fahrtmöglichkeiten zu informieren, Fahrgemeinschaften zu bilden oder – wenn möglich – Homeoffice zu nutzen.
Über aktuelle Entwicklungen und kurzfristige Änderungen informieren Fahrgäste sich bitte auf den Internetseiten des MVV unter Fahrplanauskunft | MVV sowie der MVG unter MVG: Fahrplanauskunft & Verbindungen | MVG
Aktuelle Informationen sind außerdem in den Apps MVV-App und MVGO abrufbar.
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